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Planungstipps für Barrierefreies Bauen

Barrierefreies Bauen bedeutet Gebäude und bauliche Anlagen so herzustellen, dass diese für alle Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Dies gilt insbesondere für Menschen mit:

Hausbau und Immobilienerwerb bedeutet immer eine erhebliche Investition in die Zukunft. Bauherren und Immobilienerwerber sollten daher bedenken, dass mit zunehmendem Alter gesundheitliche bzw. körperliche Einschränkungen die selbstständige Lebensführung gefährden können. Dies ist dann häufig Anlass für einen erzwungenen Wohnungswechsel im Alter. Durch die barrierefreie Ausgestaltung einer Wohnung, eines Hauses und des Wohnumfeldes kann diesen Lebensrisiken begegnet werden.

Barrierefreie Immobilien haben zudem den Vorteil der nachhaltigen Zukunftssicherheit, gleichgültig ob es um Verkauf, Vermietung oder um Eigennutzung geht.

Barrierefreies Bauen geht nicht zwangsläufig mit Baukostensteigerungen einher. Oft ist es möglich durch Beachtung von einfachen Regeln Barrieren im Wohn-, Arbeits-, Sanitär- und Außenbereich zu vermeiden, wenn diese frühzeitig in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Einige Planungstipps für die barrierefreie Gestaltung des privaten Wohnumfeldes beim Hausbau

Planungsgrundlagen für Barrierefreies Bauen nach DIN 18040-Teil 2

Schon die Grundstücksauswahl entscheidet darüber, welche Aufwendungen erforderlich werden, um etwa eine barrierefreie Zuwegung zum Haus, zur Terrasse oder zum Carport/Garage zu schaffen. In Räumen selbst sind ausreichende Bewegungsflächen vorzusehen. Insbesondere für Rollstuhlfahrer muss ausreichend Platz zum Wenden zur Verfügung stehen. Türöffnungen sollten eine lichte Breite von mind. 90 cm besitzen. Es ist zu berücksichtigen das Schalter, Türgriffe, Steckdosen in 85 cm Höhe über dem Fußboden angeordnet werden.

Auf die folgenden wichtigen Punkte sollten Sie achten und im Bauvertrag vertraglich regeln:

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Die barrierefreie Zuwegung

Gebäude müssen stufenlos erreichbar sein!

Die Zuwegung zum Hauseingang sollte mind. 1,20 m breit sein. Sie sollte zudem für Rollstuhlfahrer erschütterungsarm befahrbar sein. Ist der Hauseingang lediglich über eine Rampe zu erreichen, so darf die Steigung der Rampe nicht über 6% betragen und nur max. 6m lang sein. Bei größeren Längen sind Zwischenpodeste mit Wendemöglichkeiten anzuordnen. Rampen müssen Handläufe in 85cm Höhe haben und zusätzlich Radabweiser in 10cm Höhe besitzen.

Beispiel einer barrierefreien Zuwegung

Mit Hebeanlagen, Treppenliften oder Fahrstühlen können größere Höhenunterschiede überwunden werden. Lichtschalter, Bedienelemente für eine Gegensprechanlage in 85 cm Höhe sind vorzusehen. Briefkästen in unmittelbarer Nähe des Hauseingangs anordnen.

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Die barrierefreie Gestaltung von KFZ-Stellplätzen, Carports und Garagen

Die Stellplatzfläche des PKW sollte so gewählt werden, dass ein nahes Heranfahren an das Haus ermöglicht wird. Zu beachten Sie in jedem Fall, dass an einer Längsseite und an der PKW-Rückseite eine 150 cm Tiefe Bewegungsfläche für Rollstuhlfahrer vorhanden ist.

Beispiel eines barrierefreien Carports

Garagen oder Carports, die möglichst in der Nähe eines Hauseingangs angeordnet sind, bieten den zusätzlichen Vorteil, dass ein direkter und wettergeschützter Zugang zum Gebäude entsteht.

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Der barrierefreie Hauseingang

Vor und hinter der Haustür ausreichend große Bewegungsflächen einplanen. So braucht ein Rollstuhlfahrer natürlich genügend Platz, um vom Straßenrollstuhl in den Wohnrollstuhl zu wechseln.

Beispiel eines barrierefreien Hauseingangs

Bedenken Sie aber auch: ausreichende Platzverhältnisse schaffen auch im Alltag Freiräume für Einkauf, Kinderwagen usw. Die Haustür selbst muss ein lichtes Durchgangsmaß von mindestens 90 cm haben und 210 cm hoch sein. Sie sollte leichtgängig, kratzfest und schwellenlos (Schwellen max. 2 cm) sein. Eine Bürstendichtung am Türblatt ist von Vorteil.

Ein möglichst transparentes Vordach und eine ausreichende, blendfreie Beleuchtung am Hauseingang sind empfehlenswert.

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Das barrierefreie Bad

Das Bad sollte möglichst vom Schlafraum auf kurzem Wege erreichbar sein. Die Tür muss nach außen öffnen und verschließbar sein, aber auch die Möglichkeit bieten sie im Notfall von außen entriegeln zu können.

Empfehlung: Wände in jedem Fall aus massiven Baustoffen zu errichten; nur dann können auch nachträglich Haltegriffe, Stütz- und Hebevorrichtungen sicher befestigt werden.

Ausreichend große Bewegungsflächen vor sanitären Einrichtungsgegenständen einplanen: mind. 120 x 120cm, für Rollstuhlfahrer 150 cm x 150 cm. Eine bodengleiche Dusche ist in jedem Fall vorzusehen. Bei einer berührungslosen Armatur ist eine Temperaturbegrenzung erforderlich.

Beispiel eines barrierefreien Bades

Wird auf eine Wanne verzichtet, sollte trotzdem so viel Platz vorhanden sein, dass nachträglich im Bereich der Dusche eine Wanne aufgestellt werden kann. Waschtische müssen möglichst flach und unterfahrbar sein. Darüber sind Kippspiegel vorzusehen, welche auf alle Höhen eingestellt werden können.

Das WC sollte so eingebaut werden, dass eine Seite mit dem Rollstuhl anfahrbar ist.

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Die Gestaltung von barrierefreien Wohn- und Schlafräumen

Eins gilt auch hier: Es sind ausreichende Bewegungsflächen vorzusehen. Insbesondere für Rollstuhlfahrer muss ausreichend Platz zum Wenden zur Verfügung stehen. Türöffnungen sollten eine lichte Breite von mind. 90 cm besitzen.

Es ist zu berücksichtigen das Schalter, Türgriffe, Steckdosen in 85 cm Höhe über dem Fußboden angeordnet werden. Wohnzimmer haben meist große Fenster oder Terrassentüren mit schweren Rollläden und entsprechend großen Fensterflügeln. Elektrische Rolladenantriebe und Fensteröffner schaffen hier willkommene Erleichterungen im Alltag.

Schlafräume müssen ausreichend groß sein, denn vor Schränken und Betten müssen Bewegungsflächen von mind. 1,20 m Breite vorhanden sein. Rollstuhlfahrer benötigen vor ihrem Bett eine 150 cm x 150 cm große Bewegungsfläche. Sind pflegebedürftige Personen zu betreuen, sollten Einzelbetten so angeordnet werden können, dass diese von drei Seiten zugänglich sind. Vergessen Sie auf keinen Fall ausreichende Stellflächen für variable Möblierungen.

Achten Sie auf rutschsichere, ebene und leicht zu reinigende Bodenbeläge, die rollstuhlgeeignet und fest verlegt sind.

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Die barrierefreie Terrasse

Terrassen sollten wind- und wettergeschützt angeordnet werden. Wie auch sonst ist für Rollstuhlfahrer eine Mindestbewegungsfläche von 150 cm x 150 cm vorzusehen.

Der Zugang zur Terrasse muss stufenlos sein. Eine Schwellenhöhe von maximal 2 cm darf dabei keinesfalls überschritten werden. Die Terrassentür sollte eine Mindestbreite von 90 cm besitzen. Unmittelbar vor der Terrassentür Außenbereich darf im Regelfall auf eine Entwässerungsrinne nicht verzichtet werden.

Beispiel einer barrierefreien Terrasse

Ausreichende Beleuchtung nicht vergessen; hilfreich sind Bewegungsmelder, welche automatisch Leuchten einschalten.
Achten Sie auf rutschsichere, ebene und leicht zu reinigende Bodenbeläge.
Je nach Grundstücksausrichtung ist prüfen, ob eine Sonnenschutzvorrichtung sinnvoll ist.

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